Zitat

16.01.19

Denkmalschutz für den Stadtwald

Seit 1984 steht der Bremer Bürgerpark unter Denkmalschutz. Im Dezember 2018 – und damit genau 110 Jahre nach Fertigstellung - wurde diese besondere Auszeichnung auch seinem „kleinen Bruder", dem Stadtwald vom Landesamt für Denkmalpflege verliehen. „Als wesentliche Etappe in der Geschichte des Bürgerparks und des Bürgerparkvereins hat der Stadtwald auch für das Gartendenkmal Bürgerpark hohe lokalhistorische Bedeutung und ist gemeinsam mit dem Bürgerpark als Kulturdenkmal einzustufen" – so heißt es u.a. in der Begründung von Dr. Rolf Kirsch (Landesamt für Denkmalpflege).

 

Im Jahre 1906 stellte der damalige Präsident des Bürgerparkvereins, Franz Ernst Schütte, die zunächst veranschlagten 100.000 Mark zur Anlage eines Stadtwaldes nördlich der Bahntrasse Bremen-Hamburg zur Verfügung. Im September 1906 wurde das Gebiet, die sogenannte Bürgerweidekämpe, dem Bürgerparkverein vom Bremer Senat zur Anlage eines Stadtwaldes überlassen. Schon damals überstiegen die tatsächlichen Kosten die ursprüngliche Veranschlagung, so dass Franz E. Schütte schlussendlich 250.000 Mark in das Projekt investierte. Den Plan für die Anlage hatte der damalige Parkdirektor, Carl Ohrt erstellt, in dem ein Aussichtsturm mit Spiegelsee, ein Stadtwald-Aufseherhaus und große Gehölzflächen mit mehreren Alleen vorgesehen waren. Ohrt wollte im Gegensatz zum Bürgerpark in der neuen 66,5 Hektar großen Fläche den Waldcharakter in den Vordergrund stellen. So wurde das Areal mit einheimischen Laubbäumen und einigen fremdländischen Arten bepflanzt, die durch großflächige Nadelholzbestände ergänzt wurden. Ebenso hatte Ohrt auf Hälfte der Bahnstrecke bereits eine Unterführung zwischen Stadtwald und Bürgerpark geplant, die allerdings nicht realisiert wurde.

 

Der Stadtwald hat sein Gesicht in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder auch durch äußere Einflüsse stark verändert. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich der Zustand des Areals so verschlechtert, dass auswärtige Fachleute dem damaligen Parkdirektor Hugo Riggers nahelegten, den gesamten Stadtwald abholzen zu lassen. Riggers entschied sich dagegen, erhöhte die Wege und lichtete den Baumbestand aus. Die schweren Stürme der Jahre 1962 und 1972 verwüsteten große Teile des Stadtwaldes. Allein 1972 fielen 1.730 Bäume dem Orkan zum Opfer.

 

Durch den Bau der Finnbahn und die Anlage eines großen Spielplatzes mit Spielwiese hat der Stadtwald in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Freizeitwert gewonnen. Mit dem vor 20 Jahren angelegten Naturlehr- und Erlebnispfad ist er heute zudem ein wichtiger Bestandteil der vom Bürgerpark kostenfrei angebotenen Umweltbildungsveranstaltungen. Für die Pflege und Unterhaltung des Stadtwaldes ist – ebenso wie für den Bürgerpark – der Bürgerparkverein alleinverantwortlich.

 

Seinen ganz eigenen Charme hat der Stadtwald über all die Jahre behalten. Naturliebhabern bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten zur Beobachtung einer ganz eigenen Tier- und Pflanzenwelt und das Aufspüren verwunschen wirkender Orte.

 

Der Bürgerparkverein freut sich sehr über die Ausweisung des Stadtwaldes als Gartendenkmal. Zum einen wird hiermit der gartenhistorische Wert der Anlage dokumentiert und gleichzeitig das über einhundert jährige Engagement des Bürgerparkvereins für die Pflege und den Erhalt der Anlage gewürdigt.

 

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